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Pentagon ▪️ Anthropic ▪️ Kant

Die Auseinandersetzung zwischen dem Pentagon und dem KI-Unternehmen Anthropic lässt sich hervorragend durch die Brille der kantischen Maschinenethik und des  „Kantian Filters“ analysieren.  Wenn man das Verhalten des Pentagons anhand dieser Maßstäbe prüft, zeigt sich ein fundamentaler ethischer Konflikt zwischen staatlichem Machtanspruch und kantischer Pflichtenethik. Die Bewertung des Verhaltens des Pentagons unter Berücksichtigung der kantischen Maschinenethik: ▪️ Verletzung der Nicht-Delegierbarkeit von Verantwortung (Autonome Waffensysteme) Nach kantischer Maschinenethik kann eine KI niemals ein moralischer Akteur sein, da ihr der autonome, rationale Wille fehlt. Daraus folgt die absolute Nicht-Delegierbarkeit moralischer Verantwortung : Entwickler und Betreiber tragen die irreduzible Letztverantwortung für die Systeme, die sie erschaffen. Das Verhalten des Pentagons: Das Pentagon störte sich massiv an Anthropics vertraglicher roter Linie, das KI-Modell "Claude" nic...

Der Fall Collien Fernandes und die Eskalation virtueller Gewalt: Ein Spiegelbild des gesellschaftlichen Diskurses


Der Fall der Schauspielerin und Moderatorin Collien Fernandes, die schwere Vorwürfe digitaler und sexualisierter Gewalt gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hat, offenbart auch ein teils erschreckendes Bild unserer aktuellen Debattenkultur. Wenn Frauen den Mut finden, virtuelle Gewalt, jahrelangen Identitätsdiebstahl und den Missbrauch durch sexualisierte Fake-Profile öffentlich zu machen, schlägt ihnen im Netz auch eine toxische Welle der Abwehr entgegen. Anstatt den Fokus auf den Opferschutz zu legen, wird der Diskurs von verschiedensten Akteuren systematisch gekapert, um Betroffene mundtot zu machen, Täterverhalten zu trivialisieren oder eigene politische Agenden voranzutreiben.

Die folgenden Beispiele zeigen exemplarisch auf, mit welchen Mustern diese Täter-Opfer-Umkehr, Verharmlosung und Instrumentalisierung in der Praxis betrieben wird:


Negativ-Beiträge zur Causa Fernandes

1. Trivialisierung als "C-Promi-Streit"

Der YouTube-Kanal "Politik Ungefiltert" (ca. 10.100 Follower) degradiert die schwerwiegenden Vorwürfe jahrelanger digitaler Gewalt und des systematischen Identitätsdiebstahls zu einem unbedeutenden "Rohrkrepierer" und einem "Streit unter zwei C Promis". Die Betroffene wird dort zynisch als "nützliche Idiotin" für eine angebliche politische Agenda des Justizministeriums und von Opferschutzorganisationen diffamiert. Dies ist ein klassisches Beispiel dafür, wie strukturelle und psychologische Gewalt gegen Frauen unsichtbar gemacht und als rein privates, hysterisches Beziehungsdrama abgetan wird.

2. Rechtsextreme Verschwörungsmythen und "Infokrieg"

Auf Kanälen wie "Neue Zeit" (ca. 22.200 Follower) und "Honig Clips" (ca. 10.600 Follower) wird der Fall gezielt für rechtspopulistische und regierungsfeindliche Propaganda instrumentalisiert. Die Berichte über sexualisierte Fakes werden dort als kollabierender "Deepfake Hoax", "Psychologische Operation (PSOP)" und "medialer Staatsstreich" betitelt. Die Opferschutzorganisation HateAid wird in diesem Zusammenhang faschistoid als "linksextreme Hassorganisation" und "Vorfeldorganisation der Grünen" angegriffen. Ziel dieses Narrativs ist es, geplante Gesetze zum Schutz von Frauen eiskalt als Weg in eine "Gesinnungsdiktatur" und als angebliche Zensur der politischen Opposition umzudeuten.

3. Offene Misogynie und rassistisches Derailing (Whataboutism)

Der selbsternannte Männer-Coach Maximilian Pütz (ca. 97.800 Follower) nutzt den Fall auf seinem Kanal für unverhohlenen Frauenhass. Er diffamiert Solidarisierungs-bekundungen als "Shit Show" und bezeichnet Unterstützerinnen pauschal als "geisteskranke bösartigste Menschen". Zudem lenkt er die Diskussion gezielt ab (Derailing), indem er fragt, wo die Solidarität bei Gewalttaten durch Migranten – von ihm zynisch "Goldstücke" genannt – bleibe. Dieses Ablenkungsmanöver, Gewalttaten gegeneinander aufzurechnen, zeigte sich in abgewandelter Form sogar im Bundestag, als der CDU-Vorsitzende Friedrich Merz die Debatte über digitale Gewalt gegen Frauen nutzte, um auf "Probleme im Stadtbild" durch Zuwanderer zu verweisen.

4. Juristische "Nebelkerzen" und mediale Manipulation

Wie der Rechtsanwalt Christian Solmecke (ca. 1,06 Mil. Follower) treffend analysiert, nutzt die Kanzlei des beschuldigten Christian Ulmen gezielte PR-Manöver, um den Fokus der Debatte zu verschieben. In einer Pressemitteilung wird lediglich scharf dementiert, dass Ulmen "Deepfake-Videos" hergestellt oder verbreitet habe. Der eigentliche Kernvorwurf – das mutmaßliche Betreiben von Fake-Profilen über Jahre hinweg und das Verbreiten von pornografischem Fremdmaterial unter dem Namen seiner Ex-Frau – bleibt in dem Schreiben jedoch völlig unbeantwortet. Viele Medien übernahmen dieses "Nebelkerzen"-Framing zunächst unkritisch in ihren Schlagzeilen und suggerierten fälschlicherweise, alle Vorwürfe seien entkräftet worden.


(AG)


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