Den Konflikt zwischen dem US-Präsidenten und dem Papst betrachte ich weniger unter dem Aspekt des Anstands – also der Frage, was sagbar ist und was nicht –, sondern vielmehr aus der Perspektive der inhaltlichen Qualität. Selbstverständlich steht es einem Papst zu, einen Krieg zu kritisieren. Ebenso darf ein US-Präsident sich auf den Schlips getreten fühlen und entsprechend reagieren; das bleibt ihm überlassen. Dass der Papst offensichtlich sehr besonnen mit der Situation umgeht, spricht zweifellos für Leo. Gleichzeitig scheint alles gegen Trump zu sprechen – mit Ausnahme seiner Wähler.
Die kindische und unreife Haltung, die der US-Präsident hier an den Tag legt, ist zutiefst beängstigend; das gilt auch für sein KI-generiertes Bild, das ihn als Jesus inszeniert. Wir sprechen hier schließlich nicht von einem unbedeutenden Mann, dessen Verhalten niemanden interessieren müsste. Vielmehr geht es um jene Person, die die Befehlsgewalt über den 'Atomkoffer' hat – das Werkzeug zur Auslösung eines Nuklearschlags. Sein ständiges Wehklagen empfinde ich dabei gar nicht als das Hauptproblem; es bedient lediglich die typisch rechte Verknüpfung von Opferinszenierung und Heldenmythos. Das eigentlich Erschreckende ist schlichtweg die Tatsache, dass eine solche Person das Amt des Präsidenten bekleidet.
Armin Grünheid.


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